Sicher Fahrradfahren in Oberpullendorf

Burgenland bezeichnet sich oft und gerne als ein Land der Radfahrerinnen und Radfahrer. Doch im Alltag stimmt das sicher nicht. Da sind wir das Land des motorisierten Individualverkehrs.

Für die Fahrt in die Kirche, zum Wirten, zum Einkaufen, in die Schule, zum Sport, in den Verein, zu Bekannten und natürlich zur Arbeit - mit wenigen Ausnahmen - steigen die Pullendorfer:innen ins Auto.

Die Folgen: zu Spitzenzeiten ein sehr langsamer Verkehrsfluss durch die Straßen von OP, kaum freie Parkplätze und somit extra Zeitbedarf für Parkplatzsuche, wenig Platz für andere Verkehrsteilnehmer:innen. Weiters Aggressionen bei Verkehrsteilnehmer:innen und solchen, die eigentlich nur da Wohnen oder grad mal dann in Ruhe ihren Kaffee in einem der Schanigärten nutzen wollten. Die negativen Folgen auf die Umwelt und aufs eigene Konto deute ich auch noch an, werden immer größer, aber nun mal Punkt.

Woran liegts, dass wir z.B. nicht zu Fuß gehen, oder nicht mit dem Fahrrad fahren? Hier mal einige typische Sager von Oberpullendorfer:innen:

  • Es könnte ja regnen.
  • Ich hab zwar drei Radln, aber immer wenn ich mal mit einem fahren will, ist keine Luft drin.
  • Ich wohn da oben, und da immer wieder rauf ist sehr anstrengend, so mit Kind, Einkauf, Arbeitsgewand.
  • Ich muss ja da rauf zum Fußballplatz/Spital, das ist mir zu steil.
  • Ich fahr ja dann eh noch ganz woanders hin weiter (z.B. in die Arbeit nach Norden/Süden).
  • Ich bin zu jung, ich darf noch nicht alleine fahren.
  • Die Straßen sind ja nicht sicher genug, da trau ich mich nicht.
  • Es gibt vor den Geschäften keine sicheren Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.
  • Mit dem Kinderanhänger komme ich da nicht durch, und der Umweg ist auch mühsam.
  • Ich fahr eh ab und zu, aber eigentlich immer gegen die Einbahn fahren trau ich mich nicht.
  • Da hab ich immer Gegenwind.
  • Die Straßen sind zu eng, da geht von einem parketenden Auto die Tür auf und WUMMS!
  • Den schweren Einkauf kann man doch nicht mit dem Rad heimbringen.
  • Ich bin zu alt, fühl ich mich zu unsicher, bin zu langsam, kann das nicht mehr.
  • Ich würde ja eh, aber mein Partner/meine Kinder/meine Großeltern steigt/steigen mir nicht aufs Rad, also setz ich mich dann auch ins Auto dazu.

Dabei gibt also Argumente, die sich auf die Gestaltung des öffentlichen Raums beziehen, solche die sich auf die adäquate individuelle Ausrüstung und Ausstattung beziehen, und manch andere auf eher individueller Ebene.

Jetzt nun mal zu den Argumenten hinsichtlich Gestaltung des öffentlichen Raums:

Sicherheit für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen gewinnt man durch:

  • Reduktion der zulässigen Geschwindigkeiten für alle
  • Entsprechenden Abstand durch eine örtliche oder bauliche Trennung
  • Durchgängige und barrierefreie Routen

Vorschläge zur Anpassung der zulässigen Geschwindigkeit in Oberpullendorf liegen auf dem Tisch:

  • Begegnungszone mit max. 20 km/h im Ortskern, inkl. freie Richtungswahl für Radfahrer:innen.
  • 30 km/h auf allen Wegen abseits der wenigen Hauptverkehrsrouten

Einbahnen stellen oft ein lästiges Hindernis für Radfahrer:innen dar, auch hierzu gibt es für Oberpullendorf mehrfach genannte konkrete Maßnahmen: Ausnahmen für Radfahrer:innen in der Schulgasse, Gymnasiumstraße, Wiesengasse, Hauptplatz, Augasse, Hauptstraße, Cafégasse, rund um den Parkplatz Mühlbachgasse hinterm Schwimmbad.

Einbahn mit Zusatzschild
Ausgenommen Radfahrer:innen

Bei der örtlichen und baulichen Trennung wird’s nun nicht mehr so leicht (zu beschreiben), denn meist geht es um die Heilige Kuh der wenigen Gewerbetreibenden auf der Hauptstraße: um Parkplätze. Dazu vielleicht mal mehr an anderer Stelle.

Es geht aber auch um Bodenmarkierungen in Kreuzungsbereichen (z.B. Engelberggasse/Günser Straße), um eine sinnvolle farbliche Leitung des Radverkehrs, um eine konsequente Führung von Radspuren. Spannende Punkte dabei sind z.B.:

  • Wie fährt man nun am sichersten von der Kirche in Mitterpullendorf zur Kirche in Oberpullendorf? Im Kreisverkehr, auf der Radspur neben dem Gehweg? Wo fängt diese Radspur an, wo endet sie? Gegenrichtung: wo sollte ich als Radler:in auf der Radspur von der Günserstraße in die Ungargasse abbiegen?
  • Wie fährt man vom Radweg auf der Eisenstädter Straße zwischen Günserstraße und Hubertusgasse dann weiter in die Augasse in Richtung Zentrum?

Es geht aber auch um sinnvolle kurze Wege, das Erlauben und Ermöglichen von Abschneidern, bzw. ein sicheres Befahren mit Kinderwagen, Kinderanhänger oder Lastenrad zu ermöglichen z.B.:

  • Von der Berggasse die Verlängerung des Akazienwegs zur Eisenstädter Straße
  • Von der Föhrengasse einen Abstecher zur Spitalstraße
  • Vom Parkplatz Mühlbachgasse in die Gymnasiumstraße
  • Durch die Rathauspassage
  • Klosterallee - Augasse

Solche Wege könnten explizit für den Radverkehr geöffnet und entsprechend markiert und attraktiviert werden (ohne Treppen, Befreit von Rumplern wie Randsteine oder Schlaglöcher).

Wie geht’s weiter? 🚲 Mit dir.

Schreib uns, was dir einfällt, um Oberpullendorf attraktiver für die Nutzung des umweltfreundlichsten, schnellsten und effizientesten Stadt-Verkehrsmittels zu machen, fürs Fahrrad!

Und bring dich ein, z.B. in einem Arbeitskreis gemeinsam mit den Gemeindevertreter:innen.