Schwimmbadfreunde sammeln Ideen: Wie Oberpullendorfs Freibad lebendig bleibt
Ein Freibad ist selten ein Geschäft. Es braucht Personal, Wasser, Pflege, Technik, Schatten, Reinigung und jedes Jahr neue Entscheidungen. Und trotzdem ist es für eine Stadt wie Oberpullendorf weit mehr als eine Kostenstelle. Es ist ein Ort, an dem Kinder schwimmen lernen, Jugendliche ihre Nachmittage verbringen, ältere Menschen in Bewegung bleiben und Familien ohne eigenen Pool durch den Sommer kommen.
Genau deshalb haben sich die Schwimmbadfreunde im vergangenen Jahr zusammengefunden. Als Idee eines Bürgers und danach als BLOP!-Projekt gestartet, wollen die Schwimmbadfreunde das Oberpullendorfer Schwimmbad nicht nur erhalten, sondern wieder stärker beleben. Das erste sichtbare Zeichen dafür war das Summer Closing 2025, das in nur zweieinhalb Wochen organisiert wurde und trotz unsicherem Wetter zu einem lebendigen Saisonabschluss wurde. Kinder, Familien, Helfer:innen, BLOP!, die Pfadfinder:innen, die Yoga Box und Kantinenbetreiberin Anna Szöcs zeigten gemeinsam, was sogar kurzfristig möglich ist, wenn viele anpacken. Hier gehts zum Bericht des Summer Closing 2025.

Vom Summer Closing zur Schwimmbadfreunde-Gruppe
Aus dieser ersten Aktion ist mehr entstanden als ein schöner Badetag. Die Schwimmbadfreunde haben sich als offene Gruppe formiert, in der sich Menschen austauschen können, die das Freibad in Oberpullendorf wichtig finden. Es geht um Ideen, um konkrete Hilfe, um kleine Verbesserungen und um die große Frage: Wie bleibt das Schwimmbad langfristig ein lebendiger Ort für ALLE?
Iris Schmidt von der Yogabox in Oberpullendorf ist dabei eine zentrale Kontaktperson. Gemeinsam mit Nadine Rom, Anna Szöcs und weiteren Unterstützer:innen war sie schon beim Summer Closing aktiv. Wer sich einbringen möchte, kann direkt über die WhatsApp-Gruppe der Schwimmbadfreunde dazukommen:
https://blop.at/whatsapp-gruppe-schwimmbadfreunde
Vor dem Saisonstart wurde nun zur Ideenfindung 💡 2026 eingeladen. Ideen konnten auch vorab per WhatsApp eingebracht werden. Am 29. April traf man sich dann im Sonnenland Teamspace, um gemeinsam auf ein großes Ideenboard zu sammeln, zu diskutieren und erste umsetzbare Ansätze herauszufiltern.
Viele Ideen, viele Richtungen, ein gemeinsames Ziel
Beim Blick auf das Ideenboard wurde schnell klar: Wenn man ein offenes Brainstorming zulässt, kommt einiges zusammen. Da ging es um sehr konkrete Dinge wie Holzliegen, mehr Schatten, eine attraktivere Kantine, das Herrichten des Volleyballplatzes, Tischtennistische oder eine bessere Zeiteinteilung zwischen Schwimmen und Springen.
Daneben standen größere Ideen im Raum: ein Sprungturm, ein Schwimmverein mit Chipsystem, Public Viewing, Late Night Swimming, Grillfeste, Wein- oder Bierverkostungen, Mittagsmenüs in der Kantine, ein Summer Closing 2026 oder Side-Events wie Yoga, Pilates, Aquafitness, Vorlesestunden oder kreative Nachmittage.
Nicht jede Idee wird sofort umgesetzt. Manche brauchen Geld, Genehmigungen, Sicherheitsabklärungen oder politische Entscheidungen. Andere könnten mit wenigen helfenden Händen rasch entstehen. Genau darin liegt der Wert solcher Treffen: Aus vielen Gedanken werden jene herausgefiltert, bei denen jemand gerne sagt: „Darum kümmere ich mich.“

Viel Rückhalt für die Kantine
Besonders viel Zuspruch bekam Kantinenbetreiberin Anna Szöcs. Viele Schwimmbadfreunde sehen in der Kantine einen wichtigen Schlüssel für mehr Leben im Bad. Wenn es dort gute, einfache Angebote gibt, bleiben Menschen länger. Dann wird aus dem Schwimmbad nicht nur ein Ort zum schnellen Abkühlen, sondern ein Treffpunkt.
Gesprochen wurde über Grillabende, Cocktailaktionen, Public Viewing zur WM, vielleicht auch über Mittagsmenüs oder kleine Aktionen für Familien. Anna war beim Termin dabei und nimmt die Ideen mit. Was daraus wird, hängt am Ende auch davon ab, was personell, wirtschaftlich und organisatorisch machbar ist. Der Rückhalt aus der Gruppe war jedenfalls deutlich spürbar.
Sprungturm, Schwimmverein und bessere Nutzung des Beckens
Ein Thema, das schon länger im Raum steht, ist ein Sprungturm. Gerade bei Jugendlichen war dieser Wunsch bereits bei früheren Befragungen Thema. Auch Gespräche mit möglichen Sponsoren gab es schon. Die Schwimmbadfreunde wollen hier dranbleiben, auch wenn klar ist, dass so ein Projekt nicht von heute auf morgen entsteht.
Besonders spannend wurde auch über die Idee eines Schwimmvereins gesprochen. Nach einem Vorbild aus Oberösterreich könnte ein Verein mit einem Chipsystem dafür sorgen, dass Schwimmer:innen das Bad zu erweiterten Zeiten nutzen können – etwa schon ab 6 Uhr früh am Morgen oder später am Abend bis 22 Uhr. Die Kosten für das Chipsystem und notwendige Anpassungen könnten über den Verein getragen werden. Ein Haftungsausschluss würde erfahrungsgemäß die Stadtgemeinde entsprechend absichern und zusätzliche Kosten für Badepersonal vermeiden.
Der große Vorteil liegt auf der Hand: Das Oberpullendorfer Schwimmbad hat mit seinem 33-Meter-Becken ein Angebot, das für sportliches Schwimmen im Bezirk besonders attraktiv ist. Wer vor neun Uhr seine Längen ziehen möchte, könnte das tun, ohne dass die reguläre Badaufsicht dafür früher starten müsste. Gleichzeitig würde sich der Andrang zu den klassischen Öffnungszeiten entspannen.
Kleine Maßnahmen können viel verändern
Neben den großen Ideen ging es auch um Dinge, die oft weniger spektakulär klingen, aber den Alltag im Bad deutlich verbessern können. Mehr Schatten beim Kinderbecken. Ein hergerichteter Volleyballplatz. Reparaturen bei Wasserwärmern. Wartung der Folie. Mehr klare Bereiche, damit Kinder und Jugendliche springen können, ohne Schwimmer:innen zu stören. Ein paar gute Holzliegen. Bessere Begrünung. Eine Pergola. Kleine Veranstaltungen, die Menschen ins Bad holen.
Solche Maßnahmen entscheiden oft darüber, ob sich ein Ort gepflegt, willkommen und lebendig anfühlt. Öffentliche Räume werden nicht nur durch große Bauprojekte besser, sondern durch viele sichtbare Kleinigkeiten, die Menschen im Alltag spüren. Gerade in heißen Sommern gewinnen kühle, zugängliche Orte an Bedeutung. Das Umweltbundesamt weist seit Jahren darauf hin, dass steigende Temperaturen und Hitzewellen auch in Österreich spürbarer werden und Städte besonders betroffen sind, wenn Versiegelung, fehlende Vegetation und Hitzeinseln zusammenkommen.
Auch der Saisonstart wurde mitgedacht
Beim Treffen wurde auch über den Start der Saison gesprochen. Der Verein Attraktives Oberpullendorf rund um Gerhard Denk und Norbert Hoffmann hatte bereits die Idee eines Schwimmbadfestes aufgegriffen und für den Feiertag am 4. Juni einen Termin zum Saisonstart ins Spiel gebracht. Auch dazu wurde im Teamspace diskutiert: Welche Programmpunkte wären möglich? Welche Vereine könnten sich einbringen? Wo können Schwimmbadfreunde unterstützen, ohne dass alles an wenigen Personen hängen bleibt?
Genau hier zeigt sich, wie wichtig Vernetzung ist. Wenn Kantine, Vereine, Schwimmbadfreunde, Stadtgemeinde und engagierte Einzelpersonen nicht nebeneinander, sondern miteinander denken, kann ein tolles Saisonprogramm entstehen, der mehr ist als das Aufsperren eines Tores.

Warum das Schwimmbad mehr ist als ein Bad
Am Ende geht es nicht nur um Liegen, Grillabende oder einen Sprungturm. Es geht um die Frage, welchen Wert ein öffentliches Schwimmbad für Oberpullendorf hat.
Nicht jede Familie hat einen Garten. Nicht jede:r kann sich einen eigenen Pool leisten. Manche wollen das auch gar nicht. Ein öffentliches Bad schafft Abkühlung für viele, Bewegung für Jung und Alt, Begegnung über Generationen hinweg und einen Ort, an dem man einander im Sommer unkompliziert trifft. Gerade solche Orte werden wichtiger, wenn Hitzeperioden zunehmen und Gemeinden überlegen müssen, wie sie Lebensqualität trotz knapper Budgets sichern.
Die Stadtgemeinde ist dafür zuständig, die Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Schwimmbadfreunde haben die Herausforderung angenommen, diesen Rahmen mit Leben zu füllen. Das ist keine kleine Aufgabe. Aber das Treffen zur Ideenfindung hat gezeigt: Es gibt Menschen, die bereit sind, sich einzubringen.
Lust auf die neue Schwimmbadsaison?
Wer beim Lesen schon an Sonnencreme, nasse Handtücher, Pommes bei der Kantine und ein paar Längen im Becken denkt, ist bei den Schwimmbadfreunden richtig. Gesucht werden Menschen mit Ideen, Zeit, Kontakten, handwerklichem Geschick, Organisationstalente oder einfach Freude am Oberpullendorfer Freibad.
Ob Summer Closing, Public Viewing, Schwimmverein, Volleyballplatz, Schattenplatz oder Kantinenaktion: Manche Ideen brauchen noch viele Schritte. Andere brauchen vielleicht nur jemanden, der beginnt.
Wer mitmachen möchte, kommt am einfachsten in die WhatsApp-Gruppe der Schwimmbadfreunde:
https://blop.at/whatsapp-gruppe-schwimmbadfreunde
Oder direkt bei Iris Schmidt per WhatsApp von der Yogabox Oberpullendorf melden. Sie freut sich über alle, die das Schwimmbad nicht nur nutzen, sondern gemeinsam lebendig halten wollen.
Pressedownload: Fotos, Quelle BLOP!: Foto1-Schwimmbadfreunde, Foto2-Edelmetall, Foto3-Bewerbung-Summer-Closing, Grafik4-Ideensammlung 2026, Foto5-Siegerpose, Foto6-Teilnehmerinnen-2025