Nach der Abstandsaktion: „Radln in OP“ sammelt Problemstellen für sichereres Radfahren
Am Samstag, 18. April, wurde in Oberpullendorf sichtbar, was viele Radfahrer:innen im Alltag längst kennen: Abstand entscheidet darüber, ob man sich auf der Straße sicher fühlt. BLOP! lud gemeinsam mit Alfred Liebmann, Sonja Csitkovics und der Radlobby Burgenland zur Abstandsaktion „Radln in OP“. Mit Warnwesten, Transparenten, Abstandstafeln und einer gemeinsamen Runde durch Oberpullendorf machten die Teilnehmenden darauf aufmerksam, dass Radfahren nicht nur Freizeit ist, sondern auch Alltagsmobilität.
Die Botschaft war einfach: Wer mit dem Auto Radfahrer:innen überholt, muss im Ortsgebiet mindestens 1,5 Meter Abstand halten, außerhalb des Ortsgebiets mindestens 2 Meter. Diese Regel gilt in Österreich seit der StVO-Novelle 2022. Das wird auch auf oesterreich.gv.at klar beschrieben.
Viel Zuspruch auf der Straße
Die Aktion blieb nicht unbemerkt. Das Banner am B50-Kreisverkehr wurde sichtbar platziert, danach führte eine Radparade durch das Zentrum. Auch die Radlobby Burgenland berichtete über die Aktion und unterstützte die Initiative.
Für BLOP! war dieser Vormittag aber nicht als einmaliger Fototermin gedacht. Er war ein Startpunkt. Wer mit dem Rad in Oberpullendorf unterwegs ist, weiß: Es geht nicht nur um den Abstand beim Überholen. Es geht um Kreuzungen, an denen die Radführung unklar ist. Um fehlende Verbindungen, enge Straßen, schlechte Sicht, hohe Randsteine oder Wege, die plötzlich enden.
Genau hier setzt das Projekt „Radln in OP“ (WhatsApp-Gruppe) an, das fürs Vernetzen der Radler:innen in Oberpullendorf als BLOP!-Projekt gestartet wurde.

Von der Bewusstseinsaktion zur konkreten Verbesserung
Oberpullendorf ist Bezirkshauptstadt, Schulstadt, Einkaufsstadt und Verkehrsknotenpunkt. Viele Wege innerhalb der Stadt wären kurz genug, um sie mit dem Rad zurückzulegen. Trotzdem fühlt sich das im Alltag nicht immer selbstverständlich an.
BLOP! möchte diese Erfahrungen sammeln. Nicht abstrakt, sondern ganz konkret: Wo fehlt eine sichere Verbindung? Wo ist eine Querung schwierig? Wo braucht es eine Markierung, ein Schild, eine Temporeduktion, eine bessere Sicht oder eine kleine Lösung, die sofort helfen würde?
Vorbild ist die Radlobby Burgenland in Eisenstadt. Dort sammelt die Ortsgruppe Problemstellen, Ideen und Verbesserungsvorschläge (hier als PDF) und bringt sie strukturiert bei Stadtverwaltung und Politik ein. Die aktuelle Liste umfasst konkrete Orte, Lösungsvorschläge und den Bearbeitungsstand; sie wurde laut Dokument am 29. September 2025 beim Radgipfel 2025 übergeben und danach ergänzt.
Auch die neue Eisenstädter Radkarte (hier als PDF) zeigt, was entstehen kann, wenn Stadt und Radlobby gemeinsam an alltagstauglicher Orientierung arbeiten. Die Karte zeigt Radwege, Geh- und Radwege, Mehrzweckstreifen, Mischverkehr, Mountainbike-Strecken, Servicestellen und Radgeschäfte im Stadtgebiet.
Was Eisenstadt vormacht, kann Oberpullendorf nutzen
Oberpullendorf muss dafür nicht bei null anfangen. Schon im früheren LEADER-Projekt „Stadt der Zukunft OP 2025“ wurden Ideen zur Attraktivierung des Radverkehrs in der Innenstadt vorgestellt. Viele dieser Empfehlungen blieben bisher in der Schublade. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sie wieder hervorzuholen, mit heutigen Erfahrungen abzugleichen und gemeinsam mit Menschen weiterzuentwickeln, die tatsächlich mit dem Rad unterwegs sind.
Denn Radverkehrsplanung funktioniert besser, wenn die Alltagswege bekannt sind. Wer täglich durch eine Kreuzung fährt, sieht andere Dinge als jemand, der nur auf einen Plan schaut. Wo Autos knapp vorbeiziehen, wo Kinder unsicher queren oder wo ein kurzer Lückenschluss viel verändern würde, wissen oft die Menschen, die diese Wege regelmäßig nutzen.
Darum lädt BLOP! alle Radfahrer:innen in Oberpullendorf ein: Meldet eure Problemstellen. Schickt Fotos, Standorte, kurze Beschreibungen oder Ideen in die WhatsApp-Gruppe „Radln in OP“. Aus den Hinweisen soll Schritt für Schritt eine übersichtliche Sammlung entstehen. Ziel ist eine Grundlage, mit der einfache Verbesserungen rasch erkannt werden können und größere Maßnahmen in künftige Verkehrsplanungen einfließen.
Radgipfel in Eisenstadt: Oberpullendorf sollte sichtbar sein
Ein zusätzlicher Anlass liegt heuer besonders nahe. Der österreichweite Radgipfel findet im Burgenland statt, in Eisenstadt. Vom 9. bis 11. September 2026 werden dort der 17. Österreichische Radgipfel und der 2. Österreichische Fußverkehrsgipfel gemeinsam abgehalten.
Wer beim Radgipfel dabei sein möchte oder sich mit anderen aus Oberpullendorf vernetzen will, kann sich ebenfalls in der WhatsApp-Gruppe melden. Gemeinsam hinfahren, Erfahrungen sammeln und Ideen nach Oberpullendorf mitnehmen: Genau darum geht es.
Mitmachen bei „Radln in OP“
Die Abstandsaktion hat gezeigt: Es gibt Menschen in Oberpullendorf, die sich sichere und bessere Bedingungen fürs Radfahren wünschen. Jetzt soll daraus mehr entstehen. Bewusstsein ist wichtig. Vernetzung ist wichtig. Aber am Ende braucht es konkrete Orte, konkrete Vorschläge und den Willen, Schritt für Schritt etwas zu verbessern.
BLOP! lädt mit dem Projekt "Radln in OP" deshalb alle ein, die in Oberpullendorf mit dem Rad unterwegs sind oder es gerne öfter wären: Kommt in die WhatsApp-Gruppe „Radln in OP“, meldet problematische Stellen und bringt eure Sicht ein.
Pressedownload:
- PDFs_Quelle Radlobby Burgenland: Problemstellenliste, Radkarte Eisenstadt